Pornografie ist ein stark debattiertes Thema, welches in der Öffentlichkeit in den meisten Fällen als abstoßend und verwerflich dargestellt wird. 

Pornografie wird meist stereotypisch Männern zugeordnet und tatsächlich berichten Männer über deutlich höherer Nutzungs-intensitäten als Frauen. Dabei wird oft der Fehler begangen, Frauen völlig außer Acht zu lassen, obwohl Internet-Pornografie keinesfalls eine reine Männerdomäne ist. 

72% der pornografischen Portale werden von Männern aufgerufen – 28% von Frauen. 

Es gibt je nach moralischen Vorstellungen unterschiedliche Definitionen von Pornografie. Wertfreie inhaltlich-funktionale Definitionen gehen dann von „Pornografie“ aus, wenn nackte Körper und sexuelle Aktivitäten direkt und mehr oder weniger detailliert gezeigt werden. Produktion und Nutzung dienen vorwiegend dem Zweck der sexuellen Stimulation.

Was ist Pornografie?

Das aus dem Altgriechischen abgeleitete Kunstwort „Pornografie“ bedeutet wörtlich: „unzüchtige Darstellung“.

Nach heutigem Sprachgebrauch ist Pornografie „die direkte Darstellung der menschlichen Sexualität oder des Sexualaktes mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen“.

Pornografie wurde bereits von Beginn des Internets, seit 1980, verbreitet, wobei es erst ab 1991, durch die Erfindung des „World Wide Web“ und der damit verbunden Öffnung des Internets für die breite Öffentlichkeit zu einem regelrechten Pornografie-Boom kam, der bis in die heutige Zeit anhält.

Erst ab 1992 boten sich für die Öffentlichkeit die Möglichkeiten, über einen Internetbrowser auch Grafiken aufzurufen, was die Ausbreitung der Internetpornografie erleichterte. Dabei ist das Internet, ähnlich wie in der Entwicklungsgeschichte von VHS und DVD, zu einem populären Träger und Verteiler von Pornografie geworden.

Der Hauptgrund für die ungeahnte Popularität der Internetpornografie liegt dabei in der Tatsache begründet, dass der freie Zugang zu Pornografie praktisch jedem Menschen möglich ist, sofern er Zugang zum Internet hat. Dabei spielt der Aspekt der Anonymität beim Zugriff auf Pornografie eine wesentliche Rolle.
Bequem kann heutzutage vom privaten Computer aus auf Pornografie im Internet zugegriffen werden, oft unabhängig von juristischen Einschränkungen (z.B. einer Altersbegrenzung), sozialen und gesellschaftlichen Gründen (z.B. Ächtung von Pornografie innerhalb einer bestimmten sozialen Schicht) oder religiös-moralischen Ansichten.

Wer hätte das gedacht?

Die Deutschen sind Weltmeister in Pornos-Gucken. Vorher war die Türkei Weltmeister in Pornos-Gucken – und das obwohl es in der Türkei um ein Vielfaches weniger Internetanschlüsse gibt als in Deutschland. Interessante Tatsache: Laut Studien suchten die türkischen Internetporno-Gucker am meisten nach Frauen mit europäischem Aussehen, vornehmlich blond und großgewachsen – also nach dem genauen Gegenteil von dem Typus der türkischen Frauen. In der Türkei wurden Seiten mit pornografischen Inhalten im Jahre 2011 gesperrt.

Allgemeine Fakten und Zahlen:

Mit 12,4 Prozent am weltweiten Traffic von pornografischen Inhalten liegen wir vor Spanien, England und den USA.

Rund ein Viertel aller Anfragen im Internet drehen sich um Pornografie. Das sind etwa 68 Millionen Anfragen pro Tag.

Der Gesamtumsatz der Internet-Pornografie-Anbieter beläuft sich auf 12,6 Millionen Euro am Tag.

Acht Prozent des weltweiten E-Mail-Verkehrs beinhaltet pornografische Elemente.

35 Prozent des Internet-Datenverkehrs ist pornografischen Ursprungs.

Weltweit schauen sich 43 Prozent aller Internet-User pornografische Seiten an.

Überraschende Tatsache: 70 Prozent des Porno-Konsums über das Internet findet an Werktagen zwischen 9 und 17 Uhr statt – also in einem Zeitfenster, in dem die meisten Menschen auf der Arbeit sind. Fragt mich nicht wie das funktioniert.

20 Prozent der Männer schauen sich pornografische Bilder und Clips auf der Arbeit an.

13 Prozent der Frauen konsumieren erotische Inhalte auf dem Arbeitsplatz.